Gespräch mit Corinna Lange
Aktuelle landespolitische Themen
Bereits im November haben wir uns mit unserer Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Stade Corinna Lange (SPD) getroffen, um einige aktuelle Themen zu besprechen, die die kommunale Jugendarbeit betreffen, aber nur auf Landesebene gelöst werden können, bzw. eine landespolitische Dimension haben.
Bei unserem Gespräch mit Corinna Lange konnten wir mehrere Themen platzieren. Dabei stießen wir auf große Offenheit und Wertschätzung für unseren Input und die transportierten Inhalte. Corinna Lange versprach, sich für die Interessen und Bedarfe der kommunalen Jugendringarbeit einzusetzen. Auch vereinbarten wir einen nun regelmäßig stattfindenden Austausch. Insbesondere ging es in dem Gespräch um folgende Themen:
Thema 1: Mobilität:
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- Hintergrund war der offene Brief der Jugendringe an die Landespolitik, der die nichteinhaltung der gegebenen Wahlversprechen in Bezug auf die Einführung eines günstigen landesweiten Schüler*innen-Tickets kritierte und dabei auch die Berücksichtigung einer Ermäßigung für Ehrenamtliche wie z.B. Juleica-Inhaber*innen (beispiel Hessen) forderte.
- Antwort: Es soll perspektivisch ein 20% ermäßigtes Deutschlandticket für alle Schüler, Azubis & FSJ’ler geben. Das Land ermöglicht zudem regionale Schülertickets und fördert diese. Dies könne im Landkreis Stade aufgrund der komplizierten Tarifstruktur mit dem LK Harburg und den verschiedenen Tarifzonen innerhalb des HVV nicht umgesetzt werden. Ein entsprechender beschlossener Antrag im Kreistag sei daher bisher von der Kreisverwaltung nicht umgesetzt worden. Die Integration von ermäßigten Ehrenamtstickets wurde begrüßt, die Finanzierung aber als unsicher bewertet. Man arbeite an einem Ausbau eines flächendeckenden Rabattsystems für den ÖPNV.
Thema 2: Ehrenamtsförderung:
- Wunsch: Ehrenamtskarte auf Rückseite der Juleica drucken wie in Schleswig-Holstein. Dies würde Bürokratie abbauen und die Arbeit der Jugendleiter*innen wertschätzen
- Antwort: Gute Idee, wird mitgenommen
Thema 3: Interessenvertretung auf Landesebene
- Hintergrund: Der LJR hat im Herbst konkretisiert, dass er im Hinblick auf die Verbandsautonomie nicht in der Verantwortung steht für die Interessen der kommunalen Jugendringe auf Landesebene politisch vertretend tätig zu sein, sondern in erster Linie den Auftrag hat, seine Mitglieder (=Landesverbände) zu vertreten. Aus dieser Aufgabenkonkretisierung erklärt sich, dass kommunale Jugendringinteressen immer mal wieder nicht vertreten werden konnten. Es wurde nun also eine Repräsentationslücke festgestellt. Die kommunalen Jugendringe machen sich nun auf den Weg sich selbst zu organisieren.
- Antwort: Politisch werde der LJR durchaus als Vertreter für die Gesamtinteressen der Jugendarbeit und damit auch für die kommunalen Jugendringe gesehen. Daher sei diese Information ertsmal irritierend. Auf politischer Ebene soll durch eine Anfrage im Landtag in Erfahrung gebracht werden, wie das Land Niedersachsen sich die Interessenvertretung auf Landesebene sowie die strukturelle überregionale Unterstützung der kommunalen Jugendringe vorstellt.
Thema 4: Ganztag
- Hintergrund: Das Land Niedersachsen regelt den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung während der Schulzeit über die Schulen und in den Ferienzeiten über die Jugendämter. In Verbindung mit einer Gesetzesinitiative von Niedersachsen und Bayern sollen Jugendarbeitsangebote als rechtsanspruchserfüllend gelten. Dies führt flächendeckend zu der Herausforderung, dass Rathäuser ihre Jugendpflegen und Jugendräume in den Ferien für Betreuung nutzen wollen. Dadurch werden die Werte der Jugendarbeit ausverkauft!
- Forderung: Eine textliche Korrektur oder mindestens der deutliche kommunikative Apell von oben sind notwendig, um hier entgegen zu wirken.
- Antwort: Die Initiative im Bundesrat wurde auf intensiven Druck der kommunalen Spitzenverbände hin entwickelt. Die Problematik werde allerdings gesehen. So war und ist die Gesetzgebung in der Tat nicht gemeint.



